Ein unbeirrbar positiver Lebenskompass – David Rinner im Resilienzportrait

Wien, Mailand, New York: David Rinner wollte schon in jungen Jahren hoch hinaus und ein Star in der internationalen Stylingszene werden. Ist er auch. Zurück in der Heimat leitet der Ausnahme-Hairstylist nun mit Less-Is-More-Gründer Hannes Trummer in Wien drei Friseur-Salons, die mit der Philosophie „Look Like Yourself“ erfolgreich sind. Fast habe ich es vergessen: David Rinner ist querschnittsgelähmt und sitzt seit seinem Unfall im Alter von 17 Jahren im Rollstuhl. In einem Interview erzählte er mir, wie sich seine Faszination für die Modewelt verändert hat und was für ihn heute Sinn und  Zufriedenheit im Leben bedeuten.

Akzeptanz, Lösungsorientierung und ein klarer Leitstern

Das Gespräch mit David Rinner ist mittlerweile fast ein Jahr her – und ich denke immer noch sehr oft daran. Warum, was war das Besondere daran? Es hat mich fasziniert, wie offen David Rinner über sein Leben und seinen Unfall gesprochenhat, ich war und bin noch tief beeindruckt, wie reflektiert und lösungsorientiert er denkt und wie er das geworden ist, was er jetzt ist. Zufrieden und erfolgreich. Kurzum, sein Portrait lässt sich auch als Resilienzportrait lesen und seine Lebensgeschichte ist ein starkes Beispiel für Akzeptanz einer Veränderung. Lesen Sie selbst die Langversion des Interviews im beiliegenden Attachement. (Das Interview ist im Inklusions-Magazin-Valid erschienen. Foto: Michael Dürr)

Hier zum Einstieg zwei kurze Ausschnitte aus dem Interview – mit der „Resilienzbrille“ gelesen:

„Am meisten hat mir meine Mama geholfen, – und ich selbst“

… sagt David Rinner auf die Frage, was ihm nach dem Unfall am meisten geholfen hätte. Die Forschung zeigt, dass resiliente Menschen einen guten Realitätssinn entwickelt haben, Selbstverantwortung übernehmen und auf gute innerfamiliäre Interaktion und auf Zusammenhalt bauen können. Im Sinne der Salutogenese nach Antonovsky* wohnt resilienten Menschen auch ein Urvertrauen inne. Rinner im Interview: „So richtig in ein Loch falle ich schon auch immer wieder, da bin ich auch am Hadern. Aber, das Positive überwiegt. Ich würde mich als positiven Menschen bezeichnen und ich bin sehr ehrgeizig und wollte dem Ganzen nie ein solches Gewicht geben.“

Hier geht’s zum Valid-Magazin

*Das Resilienzkonzept geht auf den Medizinsoziologen Dr. Aaron Antonovsky (1923 bis 1994) zurück. Antonovsky untersuchte Frauen, die während der Nazizeit in Konzentrationslagern interniert gewesen waren. Er fand heraus, dass immerhin 29 Prozent der von ihm untersuchten Frauen, trotz des extremen Traumas, dem sie ausgesetzt gewesen waren, psychisch gesund und in einem guten mentalen Status waren. Antonovsky begann danach zu erforschen, warum Menschen gesund bleiben – das Prinzip der Salutogenese war geboren. Salutogenese bedeutet „Entstehung von Gesundheit“ und steht damit im Gegensatz zum häufig verwendeten Begriff der „Pathogenese“ – der Entstehung von Krankheit“.