FOMO – Fear of Missing Out Achtsamkeit hilft.

ACHTsam, statt Achtung! Algorithmen, bitte übernehmen Sie nicht!

Der aktuelle Modeautor unter den Historikern, Yuval Noah Harari („Eine kurze Geschichte der Menschheit“) beschreibt in seinem neuen Buch „Homo Deus“ das Phänomen, dass es der Menschheit zu gelingen scheint, sich durch ihr Erfolgsgeheimnis Kommunikation selbst obsolet zu machen. Die Auslagerung von Kommunikation an Maschinen, die algorithmische Welt der sozialen Netzwerke und die Verkaufsstrategien von Amazon und Co., verlangen einen weit größeren Tribut, als man meint. Die ständige Verfügbarkeit von persönlichem Kontakt und Waren, und die gezielte Einbindung des einzelnen Menschen in diesen Prozess (unsere Bedürfnisse werden von den Algorithmen analysiert und bedient) überfordern uns. Unsere Aufmerksamkeit wird zu oft und zu viel stimuliert.

Als FOMO (fear of missing out) wird dieses Phänomen bezeichnet. Diese Angst etwas zu verpassen nimmt uns die Fähigkeit, uns den Dingen oder Personen für die wir uns entschieden haben ernsthaft zu widmen.

Im Prinzip ist es eine alte Angst, die allerdings durch die technische Durchdringung unserer sozialen Interaktion, sehr verstärkt wird. Die ständige Angst nicht auf der angesagtesten Party zu sein, doch das falsche Essen bestellt zu haben, die Zeit mit den falschen Leuten zu verbringen, istvermutlich so alt wie die Menschheit. Das führt zu Unruhe und zu einem beständigen Hetzen von Ereignis zu Ereignis. Die Ereignisse selbst kann man dann gar nicht mehr richtig genießen, man nimmt sie eventuell nicht einmal mehr  vollständig wahr.

Durch die ständige, globale, 24 Stunden Versorgung mit Information und – zumindest virtueller – Partizipationsmöglichkeit in soziale Prozesse wird der Person, die an FOMO leidet eine Art „Zuckerstoß“ verpasst.

FOMO kann sich beispielsweise an folgenden Punkten bemerkbar machen: 

  • Man ist traurig, wenn Freunde sich treffen und Spaß haben und man nicht dabei ist.
  • Man hat Angst, dass die Erfahrungen von Freunden oder anderen Menschen besser sindals die eigenen.
  • Man fühlt sich unruhig und nervös, wenn man nicht weiß, was die Freunde im Moment treiben.
  • Wen nman etwas unternimmt, möchte man es anderen online mitteilen, zum Beispiel auf Social Media-Plattformen.
  • Man ist sehr häufig und routiniert in sozialen Netzwerken, auch während des Essens oder in Gesellschaft.
  • Man hat Konzentrationsprobleme beim Lernen oder Arbeiten, weil man den Drang verspürt, dort online zu sein.
  • Man hat während des Autofahrens das Bedürfnis zur Handynutzung.

Die Lösung dieses Problems, bzw. dessen Behandlung liegt vor allem darin, Medien bewusst zunutzen und sich diese Prozesse selbst klar zu machen. Ein Aspekt davon ist auch das Verstärkte Auftreten von ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit /Hyperaktivitätsstörung) bei Erwachsenen. Nach einer Studie der Universität Erlangen-Nürnberg sind in Deutschland davon rund fünf Prozent der Bevölkerung betroffen.

FOMO ist ein Phänomen, bei dem Menschen das Steuer abgeben und von außen getacktet und geleitet werden. „Zurück zu mir“ – in kleinen Schritten, aber sehr bewusst und ACHTsam, das ist hier der resiliente Schlüssel.